QR-Rechnung & Kauf auf Rechnung in Shopify:
So geht's für Schweizer Shops
Dominik-Lukas Moral Falke · Shopify Plus Partner · Juli 2026 · 12 Min. Lesedauer
Kauf auf Rechnung ist in der Schweiz keine nette Zusatzoption — für viele Kundinnen und Kunden ist es die bevorzugte Zahlungsart. Das Problem: Shopify bringt weder Rechnungskauf noch die seit Oktober 2022 verbindliche QR-Rechnung von Haus aus mit. In diesem Guide zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du beides sauber umsetzt: manuelle Zahlungsmethode, die richtigen QR-Rechnungs-Apps, QR-IBAN, MWST-Pflichtangaben mit 8,1 % — und wo die ehrlichen Grenzen liegen.
Schweizer Shop, aber die Zahlarten passen nicht?
Ich prüfe dein Payment-Setup kostenlos — QR-Rechnung, TWINT, Rechnungskauf. In 30 Minuten weisst du, was fehlt.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Kauf auf Rechnung in der Schweiz nicht verhandelbar ist
- Was die QR-Rechnung ist — und was sie ersetzt hat
- Deine Optionen im Überblick: manuell + App vs. abgesicherter Rechnungskauf
- Schritt für Schritt: Zahlungsmethode „Rechnung" in Shopify anlegen
- QR-Rechnungs-Apps im Vergleich: fcon QR Biller, iQR Invoices, Swiss Invoice
- QR-IBAN & Bank: Was du von deiner Bank brauchst
- MWST & Pflichtangaben: 8,1 % korrekt auf der Rechnung
- Was NICHT geht: der ehrliche Reality-Check
- Fazit: Rechnungskauf ist Pflicht — die Umsetzung ist machbar
- FAQ: Häufige Fragen zur QR-Rechnung in Shopify
1. Warum Kauf auf Rechnung in der Schweiz nicht verhandelbar ist
Wenn du einen Onlineshop für den Schweizer Markt betreibst, kommst du am Rechnungskauf nicht vorbei. Kauf auf Rechnung ist in der Schweiz weiterhin eine der beliebtesten Zahlungsarten — mit besonders starker Verankerung bei älteren Zielgruppen und bei höheren Warenkörben. Wer für ein Sofa, ein E-Bike oder eine hochwertige Uhr mehrere hundert oder tausend Franken ausgibt, will oft erst die Ware sehen und dann bezahlen. Das ist keine Gewohnheit von gestern, sondern gelebte Zahlungskultur.
Für dich als Shop-Betreiber heisst das konkret: Fehlt „Rechnung" im Checkout, verlierst du genau die Kundschaft mit der höchsten Zahlungsbereitschaft. Ich sehe das in Projekten immer wieder — Schweizer Shops, die nur Kreditkarte und TWINT anbieten, lassen systematisch Umsatz liegen, ohne es im Analytics-Dashboard direkt zu sehen. Der Kunde bricht nicht laut ab, er kommt einfach nicht wieder.
Die typischen Gründe, warum Rechnungskauf in der Schweiz so stark performt:
- ✓Vertrauen vor Vorkasse: Die Ware kommt zuerst, das Geld folgt. Gerade bei neuen Shops senkt das die Hemmschwelle für die erste Bestellung massiv.
- ✓Höhere Warenkörbe: Wer nicht sofort zahlen muss, bestellt grosszügiger — und behält am Ende oft mehr, als er bei Vorkasse je in den Warenkorb gelegt hätte.
- ✓Gewohnheit aus dem stationären Alltag: Rechnungen mit Einzahlungsschein gehören in der Schweiz seit Jahrzehnten zum Alltag — vom Zahnarzt bis zur Krankenkasse. Dein Shop reiht sich in ein vertrautes Muster ein.
- ✓B2B erwartet es sowieso: Wenn du an Geschäftskunden verkaufst, ist Rechnung mit Zahlungsziel schlicht Standard. Ohne sie bist du für viele Firmen gar nicht bestellbar.
Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Setup aus manueller Zahlungsmethode und einer QR-Rechnungs-App bekommst du das in Shopify sauber hin — ohne Shopify Plus, ohne Custom-Entwicklung. Wie genau, klären wir jetzt.
2. Was die QR-Rechnung ist — und was sie ersetzt hat
Die QR-Rechnung ist seit Oktober 2022 der verbindliche Standard für Rechnungsstellung mit Einzahlungsteil in der Schweiz. Sie hat die alten roten und orangen Einzahlungsscheine vollständig abgelöst — wer heute noch einen ES oder ESR verschickt, stellt eine Rechnung aus, die keine Bank mehr verarbeitet. Für dich als Shop-Betreiber ist das keine Option unter mehreren, sondern die einzige korrekte Form, wenn du in der Schweiz per Rechnung mit Einzahlungsteil fakturieren willst.
Das Herzstück der QR-Rechnung ist der Swiss QR Code mit dem Schweizerkreuz in der Mitte. Er enthält alle Zahlungsinformationen maschinenlesbar: deine QR-IBAN, den Betrag, die Währung, die Referenznummer und die Angaben zum Zahlungsempfänger. Deine Kundin scannt den Code mit dem E-Banking oder der Mobile-Banking-App — und alle Felder sind vorausgefüllt. Kein Abtippen, keine Zahlendreher, keine falschen Referenzen.
„Die QR-Rechnung ist für Schweizer Shops das, was SEPA für Deutschland ist: kein Nice-to-have, sondern die Infrastruktur, auf der Zahlungen laufen. Wer sie sauber implementiert, macht dem Kunden das Bezahlen so einfach wie ein Scan."
Der Zahlteil der QR-Rechnung ist standardisiert aufgebaut: rechts der Empfangsschein, links der Zahlteil mit QR-Code, Betrag, Konto und Referenz. Ob du die Rechnung als PDF per E-Mail verschickst oder ausgedruckt ins Paket legst — das Format bleibt gleich, und beides ist zulässig. Viele Schweizer Shops machen beides: PDF mit der Bestellbestätigung, Papier-Rechnung im Paket.
Und hier kommt der Haken für Shopify-Händler: Shopify hat keine native QR-Rechnungs-Funktion. Weder der Standard-Rechnungsversand noch Shopifys eigene Order-Printer-Lösung erzeugen einen gültigen Swiss QR-Einzahlungsschein. Du brauchst also eine App aus dem Shopify App Store — welche in Frage kommen, schauen wir uns in Sektion 5 im Detail an.
3. Deine Optionen im Überblick: manuell + App vs. abgesicherter Rechnungskauf
Grundsätzlich hast du zwei Wege, Kauf auf Rechnung in deinem Schweizer Shopify-Shop anzubieten. Weg eins: Du legst „Rechnung" als manuelle Zahlungsmethode an und erzeugst die QR-Rechnung selbst per App. Weg zwei: Du nutzt einen Payment-Provider, der „Kauf auf Rechnung mit Zahlungsgarantie" anbietet — der Provider übernimmt Bonitätsprüfung, Ausfallrisiko und Mahnwesen, dafür zahlst du Gebühren.
Beide Wege haben ihre Berechtigung — welcher für dich passt, hängt von Warenkorbhöhe, Bestellvolumen und deiner Risikobereitschaft ab. Hier der direkte Vergleich:
| Kriterium | Manuell + QR-Rechnungs-App | Abgesicherter Rechnungskauf via PSP |
|---|---|---|
| Ausfallrisiko | Liegt komplett bei dir | Übernimmt der Anbieter (Zahlungsgarantie) |
| Laufende Kosten | Nur App-Abo, keine Transaktionsgebühr an PSP | Gebühren pro Transaktion |
| Mahnwesen | Machst du selbst (oder deine Treuhand) | Übernimmt der Anbieter |
| Bonitätsprüfung | Keine (höchstens eigene Regeln) | Automatisch im Checkout |
| Zahlungsabgleich | Manuell oder per App/Banking-Integration | Automatisch, du erhältst die Auszahlung |
| Kundenerlebnis | Rechnung direkt von dir, mit deinem Branding | Rechnung kommt vom Payment-Anbieter |
| Ideal für | B2B, Stammkunden, kleinere Volumina, volle Kontrolle | B2C mit hohem Volumen, anonyme Neukunden |
Meine Faustregel aus der Praxis: Wenn du überwiegend an Stammkunden oder B2B verkaufst und deine Warenkörbe überschaubar sind, fährst du mit der manuellen Variante plus QR-Rechnungs-App schlank und günstig. Verkaufst du hochpreisig an anonyme Neukunden, rechnet sich die Zahlungsgarantie schnell — ein einziger Zahlungsausfall bei einem 2'000-Franken-Warenkorb frisst die Gebühren vieler abgesicherter Bestellungen. Beides kombinieren geht übrigens auch: abgesichert für Neukunden im Checkout, klassische Rechnung für geprüfte B2B-Kunden per Draft Order.
4. Schritt für Schritt: Zahlungsmethode „Rechnung" in Shopify anlegen
Das Grundprinzip in Shopify ist simpel: Du legst „Rechnung" als manuelle Zahlungsmethode an. Der Kunde schliesst die Bestellung ab, ohne online zu bezahlen — die Bestellung landet mit Zahlungsstatus „ausstehend" in deinem Admin. Die QR-Rechnung erzeugst du anschliessend per App und verschickst sie mit der Bestellbestätigung oder legst sie der Lieferung bei. So richtest du das ein:
- 1Einstellungen > Zahlungen öffnen: Scrolle im Shopify-Admin zu „Manuelle Zahlungsmethoden" und wähle „Benutzerdefinierte Zahlungsmethode erstellen".
- 2Klar benennen: Nenne die Methode „Kauf auf Rechnung" — genau so, wie Schweizer Kundschaft es erwartet. In den Zusatzinformationen erklärst du kurz das Zahlungsziel, z. B. „Du erhältst deine Rechnung mit QR-Einzahlungsschein per E-Mail. Zahlbar innert 30 Tagen."
- 3Bestellung geht als „ausstehend" ein: Bestellungen über diese Methode erscheinen mit Zahlungsstatus „Ausstehend" (payment pending). Du kannst sie ganz normal fulfillen — Ware raus, Rechnung dazu.
- 4QR-Rechnung per App generieren: Deine QR-Rechnungs-App (Sektion 5) zieht sich die Bestelldaten und erzeugt das PDF mit Swiss QR Code — automatisch oder per Klick. Verschicke es mit der Bestellbestätigung oder lege es dem Paket bei.
- 5Zahlungseingang abgleichen: Geht die Zahlung auf deinem Konto ein, markierst du die Bestellung im Admin als „bezahlt" — manuell oder, je nach App und Banking-Integration, teilautomatisiert über die QR-Referenz.
Wichtig zu verstehen: Die manuelle Zahlungsmethode ist nur der Schalter im Checkout. Die eigentliche Arbeit — gültige QR-Rechnung erzeugen, Referenznummern verwalten, Zahlungseingänge zuordnen — passiert danach. Genau dafür brauchst du eine der folgenden Apps.
Unsicher, welche Variante zu deinem Shop passt?
Manuell, abgesichert oder Hybrid — ich rechne mit dir durch, was sich bei deinen Warenkörben wirklich lohnt.
5. QR-Rechnungs-Apps im Vergleich: fcon QR Biller, iQR Invoices, Swiss Invoice
Da Shopify die QR-Rechnung nicht nativ beherrscht, führt der Weg über den App Store. Drei Apps haben sich für Schweizer Shopify-Shops etabliert — alle drei erzeugen einen offiziellen Swiss QR-Einzahlungsschein, unterscheiden sich aber in Fokus und Funktionsumfang. Schau dir vor der Entscheidung die aktuellen Preismodelle und Bewertungen direkt im App Store an:
Option 1
fcon QR Biller
Von Fconnection. Fügt den offiziellen Swiss QR-Einzahlungsschein zu deinen Bestellungen hinzu — der Klassiker für den schlanken Einstieg. Rechnung generieren, verschicken, fertig.
App Store: apps.shopify.com/swiss-qr-iban
Option 2
iQR Invoices
Von eCommercify. Erzeugt QR-Rechnungen direkt aus deinen Shopify-Bestellungen — mit Fokus auf sauberes Rechnungslayout und einen reibungslosen Workflow vom Auftrag bis zum PDF.
App Store: apps.shopify.com/qr-invoices
Option 3
Swiss Invoice: QR-Bills
Spezialisiert auf QR-Bills für Schweizer Shops: generiert konforme QR-Rechnungen zu deinen Bestellungen, damit deine Kundschaft bequem per Scan im E-Banking bezahlt.
App Store: apps.shopify.com/swiss-invoice
Worauf du bei der Auswahl achten solltest: Unterstützt die App QR-Referenznummern für den automatischen Abgleich? Kann sie die Rechnung automatisch mit der Bestellbestätigung verschicken? Lässt sich das Layout an dein Branding anpassen? Zum Thema Rechnungs-Design generell — Logo, Layout, Pflichtfelder mit Order Printer — habe ich übrigens einen eigenen Guide geschrieben: Order Printer Templates & Rechnungsvorlagen. Dort geht es ums Layout — hier geht es um den Schweizer QR-Standard. Beides zusammen ergibt die perfekte Rechnung.
6. QR-IBAN & Bank: Was du von deiner Bank brauchst
Bevor irgendeine App eine QR-Rechnung mit Referenznummer erzeugen kann, brauchst du das richtige Konto-Setup. Die zentrale Voraussetzung: ein Schweizer Bankkonto mit QR-IBAN. Die QR-IBAN sieht aus wie eine normale IBAN, ist aber technisch eine eigene Nummer — erkennbar an der speziellen Instituts-Identifikation im IID-Teil (Wertebereich 30000 bis 31999). Vereinfacht gesagt: Deine Bank stellt dir zusätzlich zur normalen IBAN eine QR-IBAN aus, die ausschliesslich für QR-Rechnungen mit QR-Referenz verwendet wird.
Warum der Aufwand? Die QR-Referenz ist der Schlüssel zum automatischen Zahlungsabgleich. Jede Rechnung bekommt eine eindeutige Referenznummer, die der Kunde beim Scannen automatisch mitschickt. Deine Bank liefert dir die Zahlungseingänge inklusive Referenz zurück — und du (oder deine App) kannst jede Zahlung eindeutig einer Bestellung zuordnen. Ohne QR-IBAN und Referenz bleibt nur der Abgleich von Hand über Name und Betrag.
Deine Checkliste für das Gespräch mit der Bank:
- ✓QR-IBAN beantragen: Frag deine Bank explizit nach einer QR-IBAN für dein Geschäftskonto. Die Ausstellung ist bei den meisten Banken unkompliziert und schnell erledigt.
- ✓Elektronische Kontoauszüge klären: Wenn du den Zahlungsabgleich automatisieren willst, frag nach camt-Dateien oder einer E-Banking-Schnittstelle, über die deine Buchhaltungs- oder Rechnungs-App die Eingänge samt Referenzen abholen kann.
- ✓QR-IBAN in der App hinterlegen: Trag die QR-IBAN in deiner QR-Rechnungs-App ein — nicht die normale IBAN. Nur mit der QR-IBAN sind Rechnungen mit QR-Referenz gültig.
- ✓Testrechnung scannen: Erzeuge nach dem Setup eine Testrechnung und scanne sie selbst im E-Banking. Stimmen Empfänger, Betrag und Referenz, bist du startklar.
Ein Hinweis für Händler ohne Schweizer Firmensitz: Die QR-Rechnung setzt ein Konto bei einer Bank in der Schweiz oder in Liechtenstein voraus. Wenn du aus Deutschland oder Österreich in die Schweiz verkaufst und keine Schweizer Bankverbindung hast, ist der abgesicherte Rechnungskauf über einen Payment-Provider meist der praktikablere Weg.
7. MWST & Pflichtangaben: 8,1 % korrekt auf der Rechnung
Eine QR-Rechnung ist nur dann eine gute Rechnung, wenn auch der steuerliche Teil stimmt. Und hier lauert ein Klassiker: Seit 2024 gilt in der Schweiz der MWST-Normalsatz von 8,1 % und der reduzierte Satz von 2,6 %. Die alten 7,7 % sind Geschichte — trotzdem sehe ich sie regelmässig noch in Shopify-Steuereinstellungen, in Rechnungsvorlagen und sogar in AGB. Prüfe also beides: die Steuersätze in Shopify unter Einstellungen > Steuern und Zollgebühren und die Ausweisung auf deiner Rechnungsvorlage.
Damit deine Rechnung als Beleg taugt — für deine Kundschaft und für deine eigene MWST-Abrechnung — gehören diese Angaben drauf:
- ✓Deine vollständigen Firmendaten inklusive Schweizer MWST-Nummer (UID mit Zusatz MWST), sofern du steuerpflichtig bist.
- ✓Name und Adresse des Kunden, Rechnungsdatum und eine eindeutige Rechnungsnummer.
- ✓Leistungsbeschreibung: Was wurde geliefert, in welcher Menge, zu welchem Preis.
- ✓Korrekter MWST-Ausweis: angewendeter Satz (8,1 % Normalsatz bzw. 2,6 % reduziert) und der Steuerbetrag — klar erkennbar, ob Preise inkl. oder exkl. MWST sind.
- ✓Zahlungsziel: z. B. „zahlbar innert 30 Tagen" — plus der QR-Zahlteil mit QR-IBAN und Referenz.
Verkaufst du nicht nur in die Schweiz, sondern auch in die EU, wird das Steuer-Setup schnell komplexer — Stichwort One-Stop-Shop. Wie du Steuern und OSS in Shopify korrekt konfigurierst, habe ich hier im Detail beschrieben: Shopify Steuern & OSS richtig einstellen. Für den reinen CH-Verkauf reicht es, wenn Shopify die Schweizer Sätze korrekt rechnet und deine Rechnungs-App sie sauber ausweist.
Steuern, QR-IBAN, App-Setup — zu viele Baustellen auf einmal?
Ich setze das komplette Schweizer Payment- und Rechnungs-Setup für dich auf. Zum Festpreis, ohne Überraschungen.
8. Was NICHT geht: der ehrliche Reality-Check
Bevor du den Rechnungskauf freischaltest, solltest du die Schattenseiten kennen. Kauf auf Rechnung ist die kundenfreundlichste Zahlungsart — und gleichzeitig die einzige, bei der du in Vorleistung gehst. Hier die Punkte, die dir kein App-Marketing erzählt:
⚠ Das musst du einkalkulieren
- Offener Rechnungskauf = Ausfallrisiko. Ohne Absicherung trägst du jeden Zahlungsausfall selbst. Ware weg, Geld nie gesehen — das passiert, und es passiert nicht nur bei Betrügern, sondern auch bei schlicht vergesslichen oder zahlungsunfähigen Kunden.
- Mahnwesen ist Arbeit. Zahlungsfristen überwachen, Zahlungserinnerungen und Mahnungen schreiben, im Ernstfall die Betreibung einleiten — das kostet Zeit und Nerven, die dir niemand abnimmt, wenn du die manuelle Variante fährst.
- Kein automatischer Abgleich ohne App bzw. Banking-Integration. Shopify markiert Bestellungen nicht von selbst als bezahlt. Ohne QR-Referenz-Abgleich über deine App oder Buchhaltungssoftware sitzt du regelmässig vor dem Kontoauszug und ordnest Zahlungen von Hand zu.
- Shopify kann es nicht nativ. Es gibt keinen Schalter „QR-Rechnung aktivieren". Ohne App aus Sektion 5 bekommst du keinen gültigen Swiss QR-Einzahlungsschein aus Shopify heraus.
Heisst das, Finger weg vom offenen Rechnungskauf? Nein — es heisst: Risiko aktiv steuern. Drei Stellschrauben haben sich in der Praxis bewährt:
- ✓Betragslimite setzen: Rechnung nur bis zu einer definierten Warenkorbhöhe anbieten. Darüber gilt: Vorkasse, Karte oder abgesicherte Variante.
- ✓Nur für Stammkunden freischalten: Wer schon zwei-, dreimal zuverlässig bezahlt hat, bekommt die Rechnung. Neukunden zahlen beim ersten Mal online — das filtert den Grossteil der Ausfälle raus.
- ✓Abgesicherte Variante für den Rest: Für anonyme Neukundschaft mit hohen Warenkörben übernimmt ein Payment-Provider mit Zahlungsgarantie Risiko und Mahnwesen — gegen Gebühr, aber planbar.
9. Fazit: Rechnungskauf ist Pflicht — die Umsetzung ist machbar
Fassen wir zusammen: Kauf auf Rechnung gehört in der Schweiz in jeden ernst gemeinten Checkout — besonders wenn du ältere Zielgruppen oder höhere Warenkörbe bedienst. Die QR-Rechnung ist seit Oktober 2022 der einzige gültige Standard für Rechnungen mit Einzahlungsteil, und Shopify unterstützt sie nicht von Haus aus. Der Weg führt über eine manuelle Zahlungsmethode plus eine App wie fcon QR Biller, iQR Invoices oder Swiss Invoice — oder über einen Payment-Provider mit Zahlungsgarantie, wenn du das Ausfallrisiko auslagern willst.
Die Zutatenliste ist überschaubar: QR-IBAN von deiner Bank, saubere MWST-Einstellungen mit 8,1 % bzw. 2,6 %, eine QR-Rechnungs-App deiner Wahl und klare Regeln fürs Risiko — Betragslimite, Stammkunden-Logik oder Absicherung. Wer das einmal ordentlich aufsetzt, hat danach einen Checkout, der sich für Schweizer Kundschaft richtig anfühlt, und ein Backoffice, das nicht im Zahlungs-Chaos versinkt.
Wenn du dabei Unterstützung willst — vom Payment-Konzept über das App-Setup bis zur gebrandeten Rechnungsvorlage — schau dir meine Leistungen an oder buch dir direkt ein kostenloses Erstgespräch. 115+ Shopify-Projekte in DACH, Festpreise, keine Überraschungen.
FAQ: Häufige Fragen zur QR-Rechnung in Shopify
Brauche ich zwingend eine QR-IBAN für die QR-Rechnung?
Wenn du QR-Rechnungen mit QR-Referenz für den automatischen Zahlungsabgleich ausstellen willst: ja. Die QR-IBAN ist eine spezielle IBAN, die deine Bank zusätzlich zum bestehenden Konto ausstellt — erkennbar an der Instituts-Identifikation im Bereich 30000 bis 31999. Frag einfach bei deiner Bank nach, die Ausstellung ist in der Regel unkompliziert.
Geht die QR-Rechnung in Shopify auch ohne App?
Praktisch nicht. Shopify hat keine native QR-Rechnungs-Funktion — weder die Standard-E-Mails noch Order Printer erzeugen einen gültigen Swiss QR-Einzahlungsschein. Du könntest Rechnungen theoretisch ausserhalb von Shopify in einer Buchhaltungssoftware erstellen, verlierst dann aber die Anbindung an deine Bestelldaten. Für einen sauberen Workflow ist eine App wie fcon QR Biller, iQR Invoices oder Swiss Invoice der richtige Weg.
Wie markiere ich Bestellungen als bezahlt, wenn das Geld eingeht?
Bestellungen über die manuelle Zahlungsmethode stehen in Shopify auf „ausstehend". Sobald die Zahlung auf deinem Konto eingeht, markierst du sie im Admin per Klick als bezahlt. Mit QR-Referenz und einer App oder Buchhaltungssoftware mit Banking-Integration lässt sich dieser Abgleich teilweise oder ganz automatisieren — ohne diese Integration bleibt es Handarbeit.
Was mache ich, wenn ein Kunde die Rechnung nicht bezahlt?
Der übliche Weg: freundliche Zahlungserinnerung nach Ablauf der Frist, danach ein bis zwei Mahnungen mit neuer Frist. Bleibt die Zahlung aus, kannst du in der Schweiz ein Betreibungsverfahren einleiten oder die Forderung an ein Inkassounternehmen abgeben. Ob sich das lohnt, hängt vom Betrag ab — genau deshalb sind Betragslimiten und die Stammkunden-Regel so wichtig. Das ist übrigens keine Rechtsberatung: Bei grösseren oder wiederholten Fällen lohnt sich der Gang zu einer Fachperson.
Kann ich Kauf auf Rechnung nur bestimmten Kunden anbieten?
Ja, und das ist oft die klügste Strategie. Du kannst die manuelle Zahlungsmethode grundsätzlich anbieten und intern Regeln fahren (z. B. Erstbestellungen stornieren und auf Vorkasse umstellen), B2B-Kunden per Draft Order mit Zahlungsziel bedienen oder mit Shopify-Funktionen und Apps die Sichtbarkeit der Zahlungsart steuern. Bewährt hat sich: Rechnung für Stammkunden und B2B, Online-Zahlung oder abgesicherter Rechnungskauf für Neukunden.
Muss die MWST auf der QR-Rechnung ausgewiesen werden?
Ja — als steuerpflichtiges Unternehmen weist du auf der Rechnung deine MWST-Nummer, den angewendeten Satz und den Steuerbetrag aus. Seit 2024 gelten in der Schweiz 8,1 % als Normalsatz und 2,6 % reduziert. Prüfe unbedingt, dass weder in deinen Shopify-Steuereinstellungen noch in deiner Rechnungsvorlage noch die veralteten 7,7 % stehen.
Funktioniert die QR-Rechnung auch für Kunden aus Deutschland oder Österreich?
Die QR-Rechnung ist ein Standard des Schweizer Zahlungsverkehrs und setzt ein Konto bei einer Bank in der Schweiz oder Liechtenstein voraus. Kundinnen und Kunden aus Deutschland oder Österreich können den QR-Zahlteil in ihrem Banking meist nicht direkt scannen — für sie sind klassische Überweisungsdaten oder die üblichen Online-Zahlarten der bessere Weg. Für den DACH-weiten Verkauf brauchst du also weiterhin ein Zahlarten-Set pro Markt.
Bereit für Kauf auf Rechnung, der einfach läuft?
Ich richte dein komplettes Schweizer Rechnungs-Setup ein: manuelle Zahlungsmethode, QR-Rechnungs-App, QR-IBAN-Konfiguration, MWST-Check und gebrandete Rechnungsvorlage. In einem kostenlosen 30-Minuten-Gespräch klären wir, was dein Shop braucht.
115+ Shopify-Projekte · 5.0 Google Bewertung · DACH-Spezialist · Festpreise
QR-Rechnungs-Setup kostenlos besprechenHinweis: Dieser Beitrag ist keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte zu MWST und Forderungsmanagement wende dich an deine Treuhand bzw. eine Fachperson.



