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Kauf auf Rechnung in Shopify anbieten: So geht's im DACH-Markt

Kauf auf Rechnung in Shopify anbieten: Welche Anbieter es gibt, wie du die Zahlart aktivierst, wie das Risiko verteilt ist und warum Rechnungskauf im DACH-Markt so wichtig für die Conversion ist.

Du willst Kauf auf Rechnung in deinem Shopify-Shop anbieten? Die kurze Antwort: Shopify selbst hat keine eingebaute Rechnungskauf-Funktion – du aktivierst die Zahlart über einen Zahlungsanbieter wie Klarna (über Shopify Payments), Billie für B2B oder spezialisierte Rechnungskauf-Anbieter. Der Anbieter prüft die Bonität, zahlt dir den Betrag aus und übernimmt in der Regel das Ausfallrisiko. In diesem Guide zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du Rechnungskauf einrichtest, welche Anbieter für den DACH-Markt infrage kommen und worauf du bei Risiko und Kosten achten solltest.

Wichtig vorab: Zahlart vs. Rechnungs-PDF – zwei verschiedene Dinge

Bevor wir einsteigen, eine Abgrenzung, die in der Praxis ständig verwechselt wird: In diesem Artikel geht es um Kauf auf Rechnung als Zahlungsart – also darum, dass deine Kundinnen und Kunden erst nach Erhalt der Ware bezahlen. Das ist etwas völlig anderes als der Rechnungsbeleg als PDF, den du aus steuerlichen Gründen zu jeder Bestellung erstellen musst – unabhängig davon, ob per Kreditkarte, PayPal oder Rechnung bezahlt wurde. Wenn du nach einer Lösung suchst, um Rechnungsdokumente automatisch zu erzeugen und zu verschicken, findest du die komplette Anleitung im Artikel Shopify-Rechnungen automatisch versenden. Hier geht es ab jetzt nur um die Zahlart.

Warum Kauf auf Rechnung im DACH-Raum so wichtig ist

Deutschland, Österreich und die Schweiz sind traditionell Rechnungskauf-Märkte. Viele Kundinnen und Kunden wollen die Ware erst sehen, bevor sie bezahlen – aus Gewohnheit, aus Misstrauen gegen unbekannte Shops oder schlicht, weil sie keine Zahlungsdaten hinterlegen möchten. Für dich als Händler bedeutet das: Fehlt der Rechnungskauf, brechen spürbar viele Nutzer im Checkout ab – gerade Erstkäufer, ältere Zielgruppen und Kunden mit höheren Warenkörben. Rechnungskauf ist damit weniger ein „Nice-to-have“ als ein Conversion-Hebel, der in vielen DACH-Shops zu den meistgenutzten Zahlarten gehört. Wie sich der Rechnungskauf in den gesamten Zahlungsmix einordnet, liest du im Überblicksartikel Shopify-Zahlungsanbieter für den DACH-Markt.

Diese Anbieter bringen Rechnungskauf in deinen Shopify-Shop

Klarna (über Shopify Payments): Der bekannteste Weg für B2C. Klarna bietet den klassischen Rechnungskauf („Erst probieren, dann zahlen“) sowie Ratenkauf an, übernimmt Bonitätsprüfung und Zahlungsausfallrisiko und zahlt dir den Betrag unabhängig vom Zahlungsverhalten des Kunden aus. Da Klarna direkt in Shopify Payments integriert ist, ist die Einrichtung besonders einfach.

Billie: Der Spezialist für B2B-Rechnungskauf. Wenn du an Geschäftskunden verkaufst, erwarten diese Zahlung auf Rechnung mit Zahlungsziel – Billie prüft Firmenkunden in Echtzeit und übernimmt das Ausfallrisiko. Für B2B-Shops im DACH-Raum aktuell einer der relevantesten Anbieter.

PayPal: Auch über PayPal steht in Deutschland ein Rechnungskauf als Teil der PayPal-Checkout-Zahlarten zur Verfügung – interessant, wenn du PayPal ohnehin anbietest.

Whitelabel-Anbieter: Daneben gibt es Zahlungsdienstleister, die Rechnungskauf in deinem Namen abwickeln („Whitelabel“), sodass der Kunde keine Drittmarke im Checkout sieht. Das wirkt hochwertiger, ist aber meist mit mehr Integrationsaufwand verbunden.

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Kauf auf Rechnung einrichten: Schritt für Schritt

  1. Zielgruppe klären: B2C, B2B oder beides? Davon hängt die Anbieterwahl ab – Klarna für Endkunden, Billie oder vergleichbare Anbieter für Geschäftskunden.
  2. Shopify Payments prüfen: Gehe im Admin auf Einstellungen → Zahlungen. Ist Shopify Payments aktiv, kannst du Klarna dort als Zahlungsmethode aktivieren, sofern es für dein Land und deine Branche verfügbar ist.
  3. Anbieter aktivieren und verifizieren: Aktiviere die gewünschte Zahlart bzw. installiere die App des Anbieters (z. B. Billie über den unterstützten Payment-Flow). Halte Firmendaten und Nachweise bereit – Zahlungsanbieter prüfen Händler vor der Freischaltung.
  4. Testbestellung durchführen: Prüfe im Test, wie der Rechnungskauf im Checkout erscheint, welche Daten abgefragt werden und wie Ablehnungen kommuniziert werden.
  5. Zahlart kommunizieren: Zeige „Kauf auf Rechnung“ sichtbar im Shop – im Footer, auf Produktseiten und im Warenkorb. Eine Zahlart, die erst im letzten Checkout-Schritt auftaucht, entfaltet ihre Conversion-Wirkung nicht.
  6. Prozesse anpassen: Kläre intern, wie Retouren und Teilrücksendungen mit dem Zahlungsanbieter verrechnet werden, damit Kundinnen keine Mahnungen für zurückgeschickte Ware erhalten.

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Risiko und Kosten: Was du realistisch einplanen solltest

Der große Vorteil moderner Rechnungskauf-Anbieter: Sie übernehmen in der Regel das Ausfallrisiko. Zahlt der Kunde nicht, ist das das Problem des Anbieters, nicht deins – du bekommst dein Geld trotzdem. Dafür zahlst du Gebühren, die üblicherweise über denen einfacher Zahlarten wie Kreditkarte liegen. Konkrete Sätze hängen von Anbieter, Branche, Warenkorbhöhe und deinem Volumen ab – vergleiche die aktuellen Konditionen direkt beim Anbieter. Wichtig für deine Kalkulation: Rechne die höheren Gebühren gegen die zusätzliche Conversion. In den meisten DACH-Shops überwiegt der Mehrumsatz die Kosten deutlich. Beachte außerdem, dass Anbieter nicht jede Bestellung akzeptieren: Fällt die Bonitätsprüfung negativ aus, wird dem Kunden der Rechnungskauf im Checkout gar nicht erst angeboten – sorge deshalb immer für Alternativen im Zahlungsmix.

Conversion-Tipps für den Rechnungskauf

Erstens: Bewirb die Zahlart aktiv. „Kauf auf Rechnung möglich“ auf der Produktseite senkt die Kaufhürde, bevor sie entsteht. Zweitens: Erkläre den Ablauf kurz auf einer Zahlungsarten-Seite – wann kommt die Rechnung, wie lang ist das Zahlungsziel, was passiert bei Retouren. Drittens: Kombiniere Rechnungskauf mit anderen vertrauensbildenden Elementen wie Trusted-Shops-Siegel oder Bewertungen – gerade Neukunden entscheiden über Vertrauen. Und viertens: Beobachte nach der Einführung deine Checkout-Abbruchrate und den Anteil des Rechnungskaufs am Umsatz, um den Effekt zu belegen.

FAQ: Kauf auf Rechnung in Shopify

Hat Shopify eine eingebaute Funktion für Kauf auf Rechnung?

Nein. Du brauchst einen Zahlungsanbieter, der die Zahlart bereitstellt – etwa Klarna über Shopify Payments für B2C oder Billie für B2B. Theoretisch kannst du Rechnungskauf auch manuell als benutzerdefinierte Zahlungsmethode anbieten, trägst dann aber das volle Ausfallrisiko und den Mahnaufwand selbst.

Wer trägt das Risiko, wenn der Kunde nicht zahlt?

Bei Anbietern wie Klarna oder Billie in der Regel der Anbieter: Er zahlt dir den Betrag aus und kümmert sich um Zahlungserinnerungen und Inkasso. Beim manuellen Rechnungskauf ohne Anbieter liegt das Risiko komplett bei dir.

Lohnt sich Kauf auf Rechnung trotz höherer Gebühren?

Für die meisten DACH-Shops ja. Rechnungskauf gehört zu den beliebtesten Zahlarten im deutschsprachigen Raum, und der Conversion-Zuwachs übersteigt die Mehrkosten meist deutlich. Miss den Effekt nach der Einführung, statt zu raten.

Ist der Rechnungskauf dasselbe wie die Rechnung als PDF?

Nein. Der Rechnungskauf ist eine Zahlart (erst Ware, dann Zahlung). Das Rechnungsdokument musst du bei jeder Bestellung erstellen – egal welche Zahlart genutzt wurde. Wie du das automatisierst, zeigt der Artikel „Shopify-Rechnungen automatisch versenden“.

Fazit: Rechnungskauf ist im DACH-Markt Pflichtprogramm

Kauf auf Rechnung ist für Shops im deutschsprachigen Raum einer der stärksten Conversion-Hebel im Checkout – und dank Anbietern wie Klarna und Billie ohne eigenes Ausfallrisiko umsetzbar. Entscheidend sind die passende Anbieterwahl für deine Zielgruppe, ein sauber getesteter Checkout und die sichtbare Kommunikation der Zahlart im Shop. Einen Überblick über meine Unterstützung rund um Zahlarten, Checkout und Conversion findest du auf meiner Leistungsseite. Oder wir sprechen direkt: Buch dir hier dein kostenloses Erstgespräch – wir finden den Zahlungsmix, der zu deinem Shop und deinen Kunden passt.

Dominik-Lukas Moral Falke
ÜBER DEN AUTOR
Dominik-Lukas Moral Falke

Shopify & Shopify Plus Freelancer · Berlin & Marbella. Seit Jahren setze ich Shopify-Shops für Marken im DACH-Raum um — von der Migration über den Relaunch bis zur Conversion-Optimierung. In diesem Blog teile ich, was in echten Projekten funktioniert.

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Passt es, machen wir es. Passt es nicht, sage ich das.

Ich arbeite an wenigen Projekten gleichzeitig und nehme keine reinen Angebotsvergleiche an. Wenn du weißt, was du willst, und jemanden suchst, der es umsetzt: zwei Sätze genügen.

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